Cape Tribulation
Wie bereits im letzten Post erwähnt ging es mit unserem Van als erstes hoch in den Norden. Cape Tribulation hieß das wohl nördlichste Ziel unserer Australienreise. Allein schon der Weg dahin lohnt sich. Die Straße schlängelt sich durch tiefen Regenwald, vorbei an steilen Abhängen gegenüber von traumhaften Stränden. Auf dem Weg begegnete uns ein wilder Cassowary mit seinem Jungen. Wir machten eins, zwei Mal Halt um den Ausblick zu genießen und überquerten einen Fluss mit der Fähre. Dann kamen wir endlich an.
Cape Tribulation- Auf der einen Seite Regenwald, ein breiter Streifen Sand und dann das Meer mit dem Great Barrier. Und wir waren weit und breit die einzigen. Schade nur, dass wie fast überall auf die Gefahr von Krokodilen und Quallen hingewiesen wird und wir uns somit nicht so richtig getraut haben weit hinaus zu schwimmen, lediglich zur Abkühlung kurz hineingesprungen sind. Danach erklommen noch einen der Hügel und genossen noch einmal die Aussicht von oben.
Doch dann mussten wir uns auch schon der Frage widmen die uns jetzt wohl so oft plagen wird.
Wo schlafen wir diese Nacht? Backpacker leben leben nach dem Motto: „Jetzt haben wir schon so viel Geld für unser Auto ausgegeben, warum jetzt auch noch jede Nacht für einen Campingplatz bezahlen?“ Bei uns sieht das nicht anders aus. Eigentlich versuchen wir es zu vermeiden dafür in unserem eigenen Auto zu schlafen 20$ und mehr zu bezahlen. Und so versuchen wir Plätze zu finden an denen das Kampieren für ein oder zwei Nächte erlaubt ist. Generell kann man sagen, dass es in Australien kein Problem ist in seinem Auto zu schlafen, solange keine No camping- Schilder aufgestellt wurden und man sich unauffällig verhält. Nur in den Nationalparks sollte man nur mit Erlaubnis übernachten. Es soll schon vorgekommen sein, dass so manch einer Nachts vom Ranger aufgeweckt wurde und Strafen in Höhe von über 300! Dollar bezahlen sollte. Am besten ist es auch verdunkelte Scheiben oder wie wir Vorhänge im Auto zu haben, sodass niemand hineingucken kann. Es gibt sogar Rastplatze, die dafür extra eingerichtet wurden. Um Unfällen vorzubeugen kann jeder, der sich nicht mehr in der Lage fühlt weiterzufahren sein Auto an dort abstellen undein Nickerchen halten. Leider befinden sich solche Stellen meistens an großen Straßen, welche nicht gerade ruhigen Schlaf versprechen. Aber es gibt auch andere Plätze an denen man getrost ohne Gebühr schlafen kann. Die crowd- sourced App WikiCamps verrät so gut wie jedem Backpacker wo es gute Schlafplätze gibt. Und so fanden wir auch unseren ersten Schlafplatz mithilfe der App. Direkt an der Straße die uns zurück nach Cairns führte und dem Meer. Perfekt! Dort angekommen machten wir es uns gemütlich. Kochten mal wieder Reis, genossen den Sonnenuntergang am Strand und begannen bald alles für die Nacht vorzubereiten.
| Sonnenuntergang vor der ersten Nacht |
Die erste Nacht war nicht wirklich angenehm. Die heiße und schwüle Luft verhinderte, dass wir ausgeschlafen weiterfahren konnten. Aber es ging trotzdem weiter. Heute wollten wir noch zum Mossman George, einem klaren Bergfluss, mit einem Flussbett voller rund geschliffener Steine. Aber seht selbst:
Wir nutzen das für Australien eiskalte Wasser zur Abkühlung, machten ein paar Bilder und fuhren dann auch schon weiter. Port Douglas ist eine kleine Hafenstadt, welche sich zum Mekka der wohlhabenden Nordqueenslandern gemausert hat. Links und rechts fuhren wir an Resorts und Spatempeln vorbei. Der Berg am äußersten Zipfel der Stadt wird gesäumt von Villen. Als wir den Strand sahen wussten wir allerdings auch warum. Weißer Sandstrand so weit das Auge reicht und kaum eine Menschenseele. Dort gab es dann endlich auch mal wieder einen Schutz gegen Quallen und wir konnten unbesorgt schwimmen gehen. Im Wasser machten wir Bekanntschaft mit einem Ehepaar aus Kanada. Wir plauderten ein wenig und erfuhren, völlig erstaunt, dass er aus Kanada, und sie aus Cairns stammt. Anstatt jedoch ins Warme zu ziehen, sie die eisige Kälte Kanadas bevorzugt haben. Verrückt dachten wir uns. Da es nun auch schon spät war machten wir noch ein Mal vor Cairns Halt zum schlafen und fuhren erst am Nächsten Morgen ein letztes Mal nach Cairns.