Dienstag, 16. Dezember 2014


Cairns- das Tor zum Great Barrier Reef

Da wir also nach drei Wochen echt genug von Bundaberg hatten und die Aussicht auf Arbeit ebenfalls miserabel aussah verließen wir noch am Sonntag der dritten Woche das "Bundaberg Backpackers". Unsere Sachen waren schnell wieder in den Rucksack gepackt, da wir wirklich nur das nötigste ausgepackt hatten. Nach guten 20min Fußmarsch mit guten 25kg vorne und hinten erreichten wir den Bahnhof. Von dort aus brachte uns "The Sunlander" Richtung Norden. Gekostet hat die Zugfahrt 190$pp, was für gute 2000km ein echt angemessener Preis war. Da wir abends losfuhren verbrachten wir die ersten Stunden im Zug schlafend. Innerhalb des Zuges sah es aus wie in einem Flugzeug, allerdings mit doppeltem Sitzabstand, was die Fahrt sehr angenehm gestalten sollte. Als es wieder hell wurde beobachteten wir die Landschaft, die an uns vorbeizog... Von Zuckerrohrfeldern über karge Viehweiden bis hin zu vertrockneten Eykalyptuswäldern. Australien zeigte sich von seiner lebensfeindlichen Seite. Doch das änderte sich auf einen Schlag. Es wurde bergig. Links und rechts zogen Bananenplantagen an uns vorbei. Wir überquerten Flüsse und uns wurde klar dass wir im tropischen Norden Australiens angelangt waren.


Fast da!
Banannenplantage


Als unser Zug dann so gegen um 3 endlich den Bahnhof von Cairns erreichte hieß es noch unser Hostel zu finden. Nach ein wenig hin und her und erneutem Fußmarsch in der prallen Sonne fanden wir es. Das Reef Backpacker Hostel. Wir checkten ein und waren natürlich gespannt was uns dieses Mal erwartet. Wir bezogen unser achtbett-zimmer und sahen uns ein wenig um. Das Hostel gefiel uns sofort viel besser. Nicht zuletzt weil es sogar einen eigenen Pool hat, nein. Es war auch wesentlich sauberer und wohnlicher wir wussten sofort, dass dies auch ein guter Ort wäre um die bald anstehenden Feiertage zu verbringen. 
Auch Cairns an sich ist eine schöne Stadt. Direkt am Meer gelegen und wesentlich interessanter als Bundaberg. Im Meer baden zu gehen ist trotz der Hohen Temperaturen keine sehr gute Idee. Am Strand warnen Schilder sogar davor sich am Rand des Wassers aufzuhalten- Krokodilgefahr! Sicherlich auch deshalb wurde, wie in Brisbane, eine künstliche Lagune angelegt. Diese Gelegenheit wurde natürlich auch schon häufiger genutzt ;)

An der Lagune
WARNING CROCODILES!
Die Tage nach unserer Ankunft verbrachten wir damit, unserer CV´s in nahezu allen Restaurants an der Promenade zu verteilen und nach Jobs zu fragen. Auch Gumtree, eine Seite zur Vermittlung von nahezu allem, auch Jobs, wurde jeden Tag durchsucht. Doch leider blieb das die ersten 2 Wochen erfolglos. Ich war der erste, der eine vielversprechende Anzeige als "Pizzacook" fand. Hauptsächlich Abends und auch am Wochenende würde man arbeiten, aber damit hab ich ja kein Problem. Vorkenntnisse sind auch nicht nötig, das Training würde übernommen. Schnell waren also ein paar Zeilen geschrieben und eine Antwort ließ auch nicht lange auf sich warten. Später, als wir uns wieder einmal an der Lagune sonnten bekam ich einen Anruf, ob ich nicht noch heute zu einem kleinen Gespräch vorbeikommen könnte. Natürlich! Nun lief alles Schlag auf Schlag. Das "Gespräch" verlief gut, 4 Stunden Probearbeiten ebenfalls und so hatte ich kaum dass ich mich versehen einen Job! Bei den Mädels verlief die Jobsuche erstmal weiterhin nicht so erfolgreich....

Die Promenade bei Ebbe

Mittwoch, 10. Dezember 2014


- oder: ein Kapitel auf das man auch verzichten können

Nein ganz so schlimm war es dann auch wieder nicht. Aber von Anfang. Wie bereits im letzten Post erwähnt fanden wir Arbeit. Allerdings nicht in einer großen Australischen Stadt. Nein in dem beschaulichen 50.000 Einwohnerstädchen Bundaberg. Wir machten uns also auf den Weg gen Norden. Der Rockhampton Tilt Train, einer der doch relativ wenigen Zugverbindungen Australiens lud uns auf seinem Weg ab (Rund 55$ppV für 350km für die, die sich auch mal so für die Preise interessieren). Bundaberg ist unter den Australiern, wie ich mitlerweile mitbekommen habe, vor allem aufgrund der ortsansäßigen Brauerei und des dort angebauten Zuckers bekannt. Und ja, welch Schande ich habe dort nicht ein mal von dem Bier gekostet :D 
Aber wir sind ja auch wegen der Arbeit gekommen und nicht zum Vergnügen. 

katholische Kirche

Postamt Bundaberg
In Bundy, wie es die Einheimischen und Backpacker liebevoll nennen, angekommen wurden wir vom Hostel-Van abgeholt. Schon dieser machte einen eher ungepflegten Eindruck. Im Hostel angekommen checkten wir ein und bezogen wir unsere neuen Zimmer. Auf den ersten Blick unaufgeräumt und nicht gerade sehr sauber- auf den zweiten Blick naja, leider auch. Aber wir hatten wenig andere Möglichkeiten und so machten wir es uns so angenehm wie es nur eben möglich. Meine erste richtige Hostel Erfahrung also keine sehr positive. Da es ein so genanntes "Working Hostel" war brauchten wir uns zumindest um nichts weiter kümmern. Das Hostel vermittelt den Backpackern die Arbeit auf den Farmen, da diese oft sehr saisonal ist und sehr auf Nachfrage beruht. Eigentlich eine gute Sache also. Wir starten voller Eifer und Tatendrang unseren ersten Montag. Und das sehr sehr früh. Halb fünf sollten wir bereit am Hostel stehen. Aber immerhin arbeiteten wir sogar alle drei beim gleichen Farmer. Unsere erste Aufgabe: Seeds. Samen, von einer mir bis heute absolut unbekannten Pflanze, welche nicht richtig gewachsen waren, sollten herausgeschnitten werden. Mit den nächsten Tagen folgten auch die nächsten Aufgaben. Netze gegen Vögel aufstellen, Kürbisse abschneiden und verladen... 

Sonnenaufgang über dem Sonnenblumenfeld
Wie allerdings schon angedeutet wurde dies immer unregelmäßiger. Rachel bekam fast keine Arbeit mehr. Sie verbrachte deshalb meistens den Großteil des Tages im Hostel und knüpfte nicht nur deswegen die meisten Kontakte mit den anderen Bckpackern. Diese kamen, zumindest hatte man das Gefühl, zu 50% aus England und 50% aus Deutschland. Aber auch Reisende aus den Nierlanden, Frankreich und Schweden waren dabei. Eingeschworen wurde aber nicht nur Rachel. Auch wir bekamen schnell mit wer der unbeliebteste im Hostel ist. Eugine, der etwas untersetzte Hotelbesitzer war der Buhmann. Dieser versuchte wirklich aus jeder Gelegenheit einen Verdienst herauszuschlagen. Sei es das nicht rechtzeitige auschecken (3! Tage vorher) oder lediglich das verschmutzen der Außenflächen seines ach so sauberen Hostels (der erste Eindruck der Neuankömmlinge könnte ja geschädigt werden). Gemeinsane Abende wurden so verbracht. Vor allem von Rachel, die Kontaktfreudigste unter uns. Auch eine Mottoparty mit dem Titel Spartakus wurde ins Leben gerufen. Kurzerhand schnippelten sich nahezu ausnahmslos alle Hostelbewohner ein Kostüm zusammen.

Doch sehr improvisierte Kostüme (entschuldigt die iPhone Qualität)
Theresa wurde zum Kartoffellesen und Pflanzen eingeteilt. Zwar eine sehr harte Arbeit mit vielen stunden (oft 8 stunden und mehr in der prallen Sonne) aber dafür war sie wenigstens regelmäßig nicht so wie unsere. Was ihr viel Geld brachte. Dennoch beschlossen wir nach drei Wochen weiterzuziehen. Das Hostel war einfach zu überteuert (210$! die Woche) und Rachel und ich bekamen kaum einmal das herein. So wurde überlegt wo es denn als nächstes hingehen sollte. Da die Mädels weiter gen Norden, entgegen den Strömen von Backpackern die ihre Feiertage in Sydney und Brisbane verbringen wollen und wir uns einig waren dass wir wieder ans Wasser wollten (welches wir schon vermisst hatten) erkoren wir Cairns als unser nächstes Ziel aus. Aber dazu demnächst mehr.